Der Zyniker ist doch eine hoch spannende Aufgabe

28. März 2007

Fabian Busch ist RUDOLPH

„Ich hab es nie leiden können, wie Behinderte im Kino oder im Fernsehen dargestellt werden, wusste aber auch nicht, wie es besser gehen könnte.“ Ein ehrliche Ansicht über ein schwieriges Thema. Immer wieder kommt bei diesem Dreh auch für Fabian Busch die Frage: Was ist denn nun politisch korrekt? Darf man Lachen, wenn was daneben geht? Was ist mit Sex? Rudolph ist durch seine Krankheit zum Zyniker geworden, wird an seine eigene Grenze geführt und findet heraus aus seinem Dilemma. „ Als ich das Drehbuch gelesen habe, war da so viel Liebe und so viel Melancholie, nie Kitsch.

Hier sind diese Leute einfach keine ewig netten Menschen, wie es sonst erzählt wird, die nur lieb, aufrecht und nicht kritisierbar sind. Das ist besonders und angenehm.“

Fabian Busch

Fabian Busch war 14 als die Mauer fiel. Er wohnte damals in Ostberlin und war schon durch seine Eltern eng mit der Theaterszene verbunden. Sie waren Tänzer und er hatte eigentlich gar keine Lust auf die Bühne zu gehen. Er wollte Handwerker werden, mit Holz umgehen, hinter der Bühne stehen und dann kam doch alles anders.

Politik spielte für ihn auch damals keine große Rolle. Mit den Eltern war er eher in einem politisch geschützten Raum, obwohl: „Klar, bei den Jungpionieren war ich auch, aber das war eher ein Abenteuerspielplatz als eine repressive Erfahrung.

Der Zyniker

Als er das Drehbuch gelesen hat, war er sofort begeistert von Rudolph, entsprechend gerne und erwartungsvoll ist er zum Casting gekommen und froh, als es dann wirklich geklappt hat. „Der Typ ist natürlich durchgeknallt, aber auch wieder so ehrlich und melancholisch. Das ist Kino. Und das muss der Finnische Tango sein.
Die Musik kannte ich überhaut nicht, ich dachte Finnischer Tango ist ein Kunstbegriff, den sich der Autor oder die Produktion ausgedacht haben.“

Jetzt weiß er es besser und ist immer noch froh, dabei zu sein, bevor er nach Ostern auf einen neuen und ganz anderen Dreh nach Argentinien geht.

Fabian Busch

„ Und das Spiel mit den besonderen Schauspielern ist hier tatsächlich besonders. Man kann spielen, wie man will und kommt doch nur schwer an gegen diese unverschämte Natürlichkeit.“

Sind es für ihn eigentlich richtige Schauspieler? „Ja klar, die arbeiten in ihren Theatern, arbeiten hier am Set mit einer Ernsthaftigkeit, das ist groß!“

Nicht erwartungsgemäß war für ihn eigentlich nur die konkrete Arbeit am Set. „Alles viel normaler, viel selbstverständlicher, das ist gut! Allerdings: Am Ende leider zu wenig Zeit und zu viele Kompromisse, das ist nicht gut!“

Was bisher geschah