380 Kilometer für eine Komparsenrolle?
28. März 2007
Dabei sein ist alles!
„Wieso denn, das ist doch kein Problem, ich hab immer gemacht, was ich will, auch wenn’s mal ein bisschen schwieriger war im Leben.“ Sofia Pilch ist das, was man einen Alpha Typen nennt. Sie weiß, was sie will, sie setzt sich durch und dafür hat sie einen ganz langen Atem.
Nahe der belgischen Grenze in der Voreifel, liegt Gemünd. Da lebt Sofia Pilch und als sie von ihrem Freund Manni Laudenbach (Manni das Ohr) erfährt, dass noch Komparsen für einen Filmdreh in Bremen gesucht werden, wird sie hellhörig. „Ein Kinofilm? Das ist doch genau
meine Sache. Hab ich noch nie gemacht, wird Zeit.“

Ganz Kamera unerfahren ist die Frau nicht. Vor kurzem spielte sie beim neuen Comedyformat „Para-Comedy“, in verschiedenen Sketchen mit.
Auch so eine Situation, bei der sie einfach nur mal mitmachen wollte und schnell hat sie bemerkt, dass mehr in ihr vorgeht. Schauspielerei macht ihr riesigen Spaß, das ist genau das Richtige für sie.
„Ich finde es wahnsinnig spannend in verschiedene Rollen zu schlüpfen und würde gerne mehr zeigen.“ Und die Szene, als sich Alex’ Hand selbstständig macht? „Warum nicht? Gefällt mir ganz gut, ist doch witzig!“

Sofia ist oft unzufrieden mit Filmen, in denen Menschen mit körperlichen Behinderungen dargestellt werden. „Meistens wird den Schauspielern aufwendig beigebracht, wie man eine Behinderung darstellt. Warum spielen solche Rollen nicht diejenigen, die es gar nicht anders kennen?!“
Klar ist für sie deshalb auch, dass es gerade in diesem Bereich viele unentdeckte Talente in Deutschland gibt. Mit dieser Produktion ist sie daher natürlich sehr zufrieden.

Im Finnischen Tango hat Sofia eine kleine Sprechrolle, genau genommen einen Satz: „Ach Rudi, lass das! Schau mich doch mal an“ und zeigt ihm ihre verstümmelten Hände, nachdem er seine gerade in eine Druckerpresse stecken wollte. Ist das politisch korrekt? – „Klar, warum nicht, für mich ist das doch ganz normal und kein Grund meine Hände zu verstecken.“
Sofia ist Contergan geschädigt. Trotzdem kann sie alles machen: „Außer Gitarre und Klavier spielen“. Einen Wunsch hat sie trotzdem, dass Menschen mit Behinderungen, nicht als „Behinderte“ gesehen und behandelt werden. An dieser Tatsache denkt sie immer wieder herum und nutzt auch die Gelegenheit, am Set Menschen zu begegnen, die sie für einen eigenen Stoff interessieren könnte.
„Lies mal, hab ich geschrieben, war mal so eine Idee!“ Ok, reden wir drüber, wenn der ganz große Trubel vorbei ist.

